Iran in den Fussstapfen der Sassaniden

Das Sassanidenreich wurde auf den Grundfesten des parthischen Reiches errichtet. Wie die altpersischen Achämeniden durch einen inneren Coup die nordwesteranischen Meder abgelöst hatten, so hatten auch unter der Führung Ardashêrs die mittelpersischen Sassaniden die untereinander verstrittenen nordwesteranischen Parther abgelöst.

Die Parther, die ihre Westgrenzen gegen das römische Reich erfolgreich verteidigen konnten, keine grossen Expansionen verfolgten und eine dezentrale Regierungsform vorweisten (wie ihre medischen „Vorfahren“), waren religiös tolerant. Sie gelten nebst den Römern als das letzte Reich, das den Mithraismus stark ausgelebt hat. Man vermutet, dass der Zoroastrismus unter den Parthern mit einer starken mithraistischen Komponente ausgelebt wurde und lokale zoroastrische und sumerische Kulte bzw. Religionen im Reich präsent waren. Zoroastrische Magi waren im Partherreich vertreten.

Die Übernahme durch die mittelpersischen Sassaniden brachte eine Ära des Aufstiegs der Kleriker mit sich. Die intoleranten zoroastrischen Kleriker (Magi) übten einen dogmatisch geprägten Zoroastrismus aus und hatten das Sassanidenreich fest im Griff.

Mit einem Blick auf das heutige oder aber auch das mittelalterliche Iran zeigt auf, dass diese Tradition der Elitekleriker immernoch weitergeführt wird. Während die südwesteranischen Perser den Brauch der Führung ihres Landes durch Kleriker weiterführen, pochen erstaunlicherweise Kurden als Nachfahren der Parther immernoch auf eine dezentrale Regierungsform. Dieser wertvolle Blick in die Geschichte lehrt uns, dass sich Mentalitäten, Gesellschaften und Regierungsformen über die Zeit nicht ändern. Früher war es der dogmatische Zoroastrismus der Sassaniden, heute der politisch-schiitische Islam der Perser.

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