Das eranische Volk der Kurden

Innerhalb der Kurden ist das Wort „Îran“ oder „Êran“ gewissermassen verpönt. Die Kurden assoziieren mit den Begriffen den heutigen Staat Iran, der seit der Moderne die Kurden und auch andere Minderheiten unterdrückt hat. Zwar waren die Repressalien des Irans nicht gegen die Ethnie oder das Volk der Kurden an sich gerichtet, wie das z.B. in der Türkei oder in den arabischen Staaten der Fall war, doch jegliche Opposition gegen den Schah oder aber gegen das islamische Regime wurden mit ebenso brutaler Härte bestraft. Durch das Hervorheben der persischen Kultur als dominante Kultur des Iran findet seit längerer Zeit eine systematische Assimilation der iranischen Minderheiten ins Persische statt. Doch der Iran hat nie andere iranische Kulturen aktiv bekämpft oder verleugnet.

Dass die Kurden mit den Medern und Parthern eranische bzw. iranische oder arische Vorfahren haben, ist heutzutage unter Wissenschaftlern bekannt. Trotz dieses Faktum distanzieren sich viele Kurden von dieser Vorstellung. Die Gründe sind Folgende:

1) Religiöse Uneinigkeit: Da ein Grossteil der Kurden (ca. 80%) sunnitisch ist, herrschtvon Grund auf eine Distanz gegenüber dem schiitischen Iran. Mit dieser Antipathie wird nicht nur die Aversion gegenüber dem Schiitentum, sondern fälschlicherweise auch die feindselige Haltung gegenüber dem Begriff „Iran“ gestärkt. Für eine beträchtliche Anzahl von sunnitischen Kurden – insbesondere aus der Türkei, die im selben Zug Sympathie für das Osmanentum und die Türkei empfinden – ist deshalb „Iranismus“ mit Schiitentum gleichzusetzen.

2) Politische Distanz: Aus politischer Haltung möchte man nicht mit den Persern eine gemeinsame Herkunft vorweisen. Dabei vergisst man sehr schnell, dass die Perser nur einen Teil vom Ganzen ausmachen, was die iranische Vielfalt angeht.
3) Fehlendes Wissen: Die meisten Kurden kennen ihre Geschichte nicht weiter als in die Zeit der Moderne oder gar nur die letzten 40 bis 80 Jahre. Das fehlende Wissen über die Zeit der Antike und des frühen Mittelalter (bzw. preislamischen Zeitalters) lässt abstrusen und falschen Theorien alle Türen offen: Genetische Ergebnisse werden falsch gedeutet, kleine Gemeinsamkeiten mit nicht-iranischen Völkern werden übertrieben hervorgehoben und sogar Verbindungen zu türkischen Stämmen erstellt. Hypothesen zur Verleumdung der kurdischen Identität und das Hinstellen der Kurden als Erzeugnis des Islams und der lokalen Bevölkerung werden plötzlich geläufig. Das Eranische der Kurden wird systematisch von politischen Gegnern ausgeblendet und die Kurden als eine neue Erscheinung gedeutet.

Durch diese drei Hauptgründe wird die pre-islamische, eranische Geschichte des kurdischen Volkes wie ein Waisenkind ohne Eltern in der dunklen Ecke der Historie liegen gelassen. Ein Blick in die Zeit der Meder und ihrem Krieg gegen Assur, den Parthern und ihrem Krieg gegen Turan, aber auch der Sassaniden und ihrem Krieg gegen die arabische Invasion würde hingegen viele Aufschlüsse über die heutige Kultur und sogar die Mentalität der Kurden geben.

Diese Seite ist deshalb stets bemüht, Licht in die dunkle, unbeleuchtete eranische Geschichte der Kurden zu geben.

 

Kriegsführung der Parther gegen die einfallenden Römer

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